Kennen Sie diese Formulierung?

K ennen si E D iese formuli E rung?

Stellen Sie sich mal folgende Situationen vor:

Situation A: (Treffen von 2 Freundinnen) Sie sind bei Ihrer besten Freundin zum Essen eingeladen. Sie haben sich seit ca. 2 Wochen nicht mehr gesehen und haben Lust miteinander etwas zu „klönen“ und sich einen schönen Nachmittag zusammen zu machen. Ihre Freundin hat was Schönes gekocht und gemeinsam decken Sie den Tisch. Während Sie zusammen zusammensitzen kommt eine Bemerkung, die Sie nicht so richtig deuten können:

„Na, es scheint Dir ja zu schmecken, so wie Du zulangst.“

Obwohl der Tonfall Ihrer Freundin freundlich gewesen ist, stellen sich bei Ihnen alle Nackenhaare.

Genau diese Formulierung wurde früher verwendet, wenn es darum ging Ihnen per indirekte spitzfindige Bemerkung mitzuteilen, dass Sie gerade zu viel essen.

Etwas entgeistert schauen Sie Ihre Freundin an und lassen das Besteck sinken.

Der Appetit ist Ihnen soeben gerade vergangen.

„Ist irgendwas?“ fragt Ihre Freundin, weil Sie merkt, dass Sie sehr schweigsam geworden sind.

„Das war ein Witz jetzt, oder?“

„Was denn?“

„Das es mir heute sehr gut schmeckt, so wie ich zulange.“

„Nein, das war kein Witz. Dir schmeckt es offensichtlich doch, sonst hättest Du Dir doch nicht noch einmal nachgenommen.“

Frage: Was war der genaue Auslöser in dieser kurzen sprachlichen Äußerung, dass 2 Personen in einem Satz etwas vollständig Anderes verstanden, bzw. gemeint haben?

Situation 2: (Gedankenkonstrukt) Sie arbeiten seit einigen Jahren in dem Betrieb als Sekretärin und waren stets fleißig, pünktlich und zuverlässig. Auch ansonsten haben Sie sich nie etwas zu Schulden kommen lassen. In den letzten Monaten allerdings ist die gewohnte Strecke, die Sie immer zur Arbeit fahren gesperrt, da dort eine mehrmonatige Baustelle angesetzt ist.

Das bedeutet für Sie einen Fahrumweg von mindestens 20 Minuten, je nach Verkehrslage.

Zur Rushhour würde der Fahrumweg sogar bis zu 45 Minuten mehr dauern.

Also beschließen Sie um einiges früher aufzustehen, um so weiterhin pünktlich zur Arbeit zu kommen.

Obwohl Sie früher aufstehen, gehen Sie dennoch weiterhin zur gewohnten späten Zeit schlafen.

In der Anfangszeit war das alles noch vertretbar, doch so nach und nach macht sich der Schlafmangel bei Ihnen bemerkbar und Sie werden unkonzentrierter und fahriger bei Ihren privaten und beruflichen Tätigkeiten.

In den letzten Wochen kam es sogar vor, dass sich ein paar Tippfehler in die Briefe eingeschlichen hatten, die von Ihnen verfasst waren.

Und nun bekommen Sie heute eine Einladung zu einem Gespräch ins Büro zum Chef. Völlig unerwartet. Plötzlich- so meinen Sie-  Schauen alle Kollegen Sie komplett misstrauisch an, Sie gehen alle Möglichkeiten durch was Sie falsch gemacht haben könnten und schauen wie ein hypnotisiertes Kaninchen auf die Wanduhr, die Ihnen ankündigt, dass das Gespräch mit Ihren Chef immer näher rückt. Mit einem mulmigen Gefühl machen Sie sich auf den Weg in sein Büro und warten gespannt auf das was nun kommen mag.

Mit den Worten:

„Ich bin sehr froh, Sie als langjährige, ehrliche und zuverlässige Mitarbeiterin zu haben. Daher habe ich mich entschlossen Ihnen entweder eine Gehaltserhöhung zu geben oder aber einen Dienstwagen zur Verfügung zu stellen. Was würde für Sie von den beiden Möglichkeiten in Frage kommen?“, haben Sie allerdings nicht gerechnet.

Frage: Zu welchem Zeitpunkt begann sich die negative Gedankenspirale bei der Sekretärin zu entwickeln? Wie hätte sie dagegenwirken können, dass sich dieses negative Mindset erst gar nicht entwickelt hätte?

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