Kommunizieren Sie doch mal mit dem Wurm!

K ommunizi E ren sie D och mal mit d E m wurm!

Es ist die Geschichte von einer Terrasse, die eine Vision hatte.

Sie wollte etwas Bedeutsameres sein, wie bisher.

Ihre Funktion als Terrasse wurde zwar regelmäßig genutzt, doch wurde Ihr keine sonderliche Beachtung geschenkt.

Sie hätte es sehr gerne gesehen, wenn man sich etwas mehr um Sie gekümmert hätte.

Auf Ihr wurde zwar gekehrt und gefegt, sie wurde von Zeit zu Zeit mit einem Hochdruckreiniger gesäubert und es standen auch Pflanzkübel auf Ihr, doch Sie merkte, dass Sie nicht die Beachtung bekam, die sie gerne gehabt hätte.

Auf anderen Terrassen in der Nachbarschaft, saßen Personen regelmäßig draußen, lachten, grillten, feierten oder sonnten sich ganz einfach.

Bis Sie begriff, dass Ihr Besitzer schlichtweg Angst vor Ihr hatte.

Die Terrasse merkte, dass Sie in die Jahre gekommen war und dass das Holzgerüst auf dem die Überdachung stand zu verrotten anfing. Hin und wieder krabbelte auch schon ein Wurm durch diese Pfeiler hindurch und sorgte für Holzbrösel am Boden, wenn er gewerkelt hatte.

Es gab sogar schon einen Vorfall, dass ein Stück Holz abgefallen ist und fast eine Person getroffen hätte.

Die Terrasse war traurig. Sie hätte gerne auch Personen, die auf Ihr saßen und es genossen, dass Sie existierte.

Irgendwann merkte Sie, dass Sie etwas unternehmen musste und unterhielt sich mit dem Wurm:

„Sage mal Wurm, was kann ich denn machen, damit ich hübsch erneuert werde und wieder auf mir gesessen und gefeiert wird, wie es früher mal der Fall gewesen ist?“

Der Wurm erwiderte: „Du selber kannst da nichts machen. Das kann nur die Zeit.“

„Die Zeit? Weswegen?“

„Im Laufe der Zeit, werde ich und meine Kollegen hier so gearbeitet haben, dass hier einiges verrotten wird, wenn nicht schon früher was hier getan wird, bevor der Sommer losgeht.“

„Ja, was sollte denn getan werden?“

„Da, Du bereits in die Jahre gekommen bist, solltest Du dringendst erneuert werden, damit Du wieder neuen Pepp und eine neue Ausstrahlung bekommst. So wie Du jetzt gerade aussiehst, will keiner unter Dir sitzen.“

Die Terrasse war traurig.

„Sehe ich so schlimm aus?“

„Nein, Du siehst nicht schlimm aus, doch Dein Holz ist brüchig geworden und sollte erneuert werden. Dann wird alles wieder gut.“

„Ist das denn bekannt?“

„Oh, ja. Das ist bereits bekannt. Es wurde ja von Ihnen schon bereits vor Jahren ein Bauantrag eingereicht um Dich zu erneuern.“

„Ein Bauantrag, wozu das denn?“

„Wenn Veränderungen an einem bestehenden Objekt vorgenommen werden, dann muss das erst von Menschen genehmigt werden.“

„Auch, wenn ich durch mein brüchiges Gehölz eine Gefahr geworden bin?“

„Auch dann. Und die Genehmigung wird dann von Ihnen roter Punkt genannt.“

„Und ich bekomme dieses Jahr ein neues Aussehen durch diese Genehmigung?“

„Möglich, wenn sie akzeptiert wird.“

„Und warum dauert das so lange? Die Monate in denen richtig draußen gesessen werden kann, dauern nur eine bestimmte Zeit.“

„Wenn Du Vitamin B hast, dann geht es schneller, ansonsten musst Du warten, bis das Vorhaben akzeptiert worden ist.“

„Was ist das Vitamin B?“

„Wenn Du bestimmte Beziehungen/Kontakte hast, dann könnte es vielleicht etwas schneller gehen.“

„Und wie sieht es mit dem Vitamin B für mich aus?“

„Kann ich nichts dazu sagen, ist mir noch nichts zu Ohren gekommen diesbezüglich.“

„Und woher weißt Du das alles und hast Du all diese Informationen?“

„Ich knabbere mal hier, mal da und höre mal hier was von Person X und mal da was von Person Y. Das ist mein Vorteil als Wurm, ich werde erst von Ihnen bemerkt, dass ich da war, wenn ich meine Arbeit bereits getan habe.“

„Du sagst es ist ein Bauantrag eingereicht worden. Was ist das? Was soll denn gemacht werden?“

„Du bekommst neue Holzbalken und eine Überdachung drüber. Das nennt sich dann anscheinend Holzbalkon. Angeblich von einem professionellen Schreiner maß gefertigt. Und vielleicht noch Glas.“

„Glas, wozu das?“

„Dann wird neuer Wohnraum gewonnen. Dann bist Du keine Terrasse mehr, dann heißt Du danach Wintergarten und kannst sogar beheizt werden und im Winter bewohnt werden.“

„Das sind ja großartige Aussichten.“

„Erst müssen Sie sich jedoch um das Vitamin G kümmern.“

„Was ist denn nun schon wieder Vitamin G?“

„Das ist das nötige Geld dazu, was benötigt wird, um Dich hübsch zu gestalten. Doch so wie ich verstanden habe, wird bereits schon einiges dafür getan, dass es in diesem Frühjahr in Angriff genommen wird.“

Jetzt strahlte die Terrasse, denn es war absehbar, dass Ihr trauriges Dasein ein baldiges Ende haben wird und Sie danach schöner aussehen würde, wie je zuvor.

Und denken Sie daran:

Dass eine Verbesserung der Situation durchaus auch Geld kosten kann.

Es sei denn Sie haben gute Freunde en Maß, dann macht Veränderung mit denen auch kostengünstig Spaß.

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.