Konventionalstrafe nein Danke!

K oventionalstrafe n E in D ank E!

Er kommt nach Hause und macht ein ziemlich betroffenes und wütendes Gesicht. Es ist ihm anzusehen, dass irgendetwas richtig unangenehmes geschehen ist.

Sie: “ Was ist Dir denn über die Leber gelaufen? Du siehst aus wie 7 Tage Regenwetter.“

Er: “Es ist zu Ende. Wir sind komplett ruiniert.“

Sie“ Das hört sich ja richtig dramatisch an.“

Er:“ Es ist viel viel schlimmer als das. Es ist eine reine Katastrophe.“

Sie:“ Was ist denn überhaupt los?“

Er:“ Du weißt das wir Teile für die Autoindustrie herstellen.“

Sie:“ Ja, diese Information habe ich im Laufe der letzten Jahre schon einmal von Dir erhalten. Ja. “

Er:“ Und die bestehen bei Ihren Bestellungen immer auf akkurate und 1000%pünktliche Lieferung der Teile, weil sonst das Band von denen stillsteht.“

Sie:“ Ich weiss. Ich habe mal den Vertrag durchgelesen.“

Er:“ Es lag ein gigantischer Auftrag vor, der auch bewerkstelligt werden hätte können und nun schau Dir das mal an, was heute mir an einem Samstag per Post reingekommen ist: Mitarbeiter A, B , C und D sind alle nächste Woche krankgeschrieben. Die Auslieferung ist allerdings schon in 3 Wochen. Und jetzt das! Das kann doch niemals mehr zeitlich aufgeholt werden. Die drücken mir eine Strafe auf, dass die Heide wackelt. Ich rackere mich hier ab, dass alles pünktlich geliefert wird und dann…. Dann schicken mir die Autoheinis eine gesalzene Rechnung ins Haus.

Und da soll ich mich jetzt auch noch freuen? ….“


Sie: “ 3 Wochen sind noch Zeit den Termin einzuhalten, sagst Du? Wie viele Teile sind denn schon vom Auftrag fertig?“

Er:“ Wir lagen hervorragend im Zeitplan und alle Teile sind zeitgemäß pro Woche auch genauso fertigstellt worden, wie diese kalkuliert worden sind. Doch dieser Krankheitsschub bringt terminlich alles komplett durcheinander. Wenn die Mitarbeiter jetzt da wären, dann wäre, dass alles gar kein Problem, die Lieferung pünktlich wie geplant fertig zu stellen. Es fehlen noch 30% des Auftrags. Was soll ich denn jetzt nur machen? Die Konventionalstrafe, die sie mir aufbrummen, die wird gewaltig, ich kann die Raten für die Maschinen nicht mehr zahlen, und ich würde vielleicht sogar Mitarbeiter entlassen müssen und ich werde wahrscheinlich eine Hypothek auf den Betrieb aufnehmen müssen, die nächsten 10 Jahre heißt der Urlaub dann Balkonien….

Sie:“ Ich rufe mal an.“

Er:“ Was, Wooooo denn?“

Sie:“ Bei diesen Autoheinis wie Du sie nennst.“

Er:“ Bist Du denn das Wahnes, was willst Du denen denn sagen?“

Sie:“ Das wir gerade ein krankheitsbedingtes Mitarbeiterproblem haben. Sie wollen Ihre Teile pünktlich und wir wollen keine Konventionalstrafe. Richtig?“

Er: “Richtig.“

Sie:“ Na, dann wäre es vielleicht sinnvoll mal miteinander zu reden um eine geeignete Lösung zu finden, damit dieser Worst-Case den Du mir eben gerade vorgetragen hast, erst gar nicht eintreten wird.“

Er: „Meinst Du das machen die einfach so? Eine Lösung finden?“

Sie: „Wenn ich sie nicht frage, dann werde ich es wohl nie wissen.“

Er: „Diese Auftraggeber, das sind ganz grosse, richtig grosse Tiere.“

Sie: „Die kochen auch nur mit Wasser. Meinst Du wirklich, wenn diese „Autoheinis“ wie Du sie nennst, Tausende von Mitarbeitern haben, dass Sie bei solchen Situationen durchaus erprobt sein könnten. Die habe nicht nur Dich als Lieferanten. Das glaubst Du doch wohl nicht, dass die nur an Ihrem Schreibtisch sitzen und auf Deine Lieferung warten. Da gibt es etliche Zulieferer für die Produktion. Was willst Du nun? Aufgeben? Nachgeben oder alles geben?“

Er:“ Alles geben. Trotzdem: Warum zahlen sie dann erst nach 90 Tagen die Rechnung, die ich Ihnen stelle, während ich das volle Risiko trage, in Vorauskasse treten und Verantwortung für mehrere Mitarbeiter habe? Und ich muss auch meinen Rechnungen pünktlich nachkommen nach 7, 14 oder 30 Tagen. Das ist doch einfach nur ungerecht von denen.“

Sie:“ Weil die sich in Ihrer Branche einen gewissen Bekanntheitsgrad und einen Namen gemacht haben und Du mit Deiner Firma halt noch nicht.“

Er:“ Das ist doch unfair.“

Sie:“ Aus Arbeitnehmersicht schon, aus deren Sicht nein, wenn die ebenfalls tausende von Mitarbeitern haben.“

Er:“ Sage mal stehst Du jetzt auf meiner oder auf deren Seite?“

Sie:“ Was ist denn Deine Seite? Rumjammern und der bevorstehenden Katastrophe weiterhin entgegensehen, indem überhaupt nichts getan wird?“

Er:“ Nein.“

Sie:“ Na, also. Ich mache am Montag mal ein paar Telefonate. Was denkst Du?“

Er:“ Hm. In Ordnung. Hört sich gerade wirklich sinnvoll an. Anderes Thema.

Was gibt’s zu essen? Ich habe jetzt richtig Hunger bekommen von diesem ganzen Ärger!“

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